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SeitenanfangPieter Bruegel d. Ä.: Der Bauerntanz
Zeit: 1568; Ort: Kunsthistorisches Museum Wien

 

Pure Lebensfreunde vermittelt das Gemälde. Die Vitalität der Bauern ist für den Betrachter erkennbar durch viele Personen, viel Bewegung durch den Tanz und kräftige Farben. Bruegel zeigt den Moment der Eröffnung der Kirchweihe. Mit der Pavane und der Branle, den Tänzen des Adels und der Vornehmen, hat dieses Tanzvergnügen nichts zu tun. Es muss die Eröffnung sein, da die Paare einen traditionell ausgeführten Springtanz zeigen. Es scheint keine festen Tanzfolgen zu geben, so dass die Paare auch nicht synchron tanzen. Sie bewegen sich ausgelassen zur Musik ohne die gleichen Tanzpositionen einzunehmen. Die Musik kommt nicht von geschulten Musikern, ein Spielmann oder Bauer bläst auf dem Dudelsack. Für die Unterhaltung der Nichttänzer sorgt ein Narr/Spaßvogel. Ein Paar eilt noch zur Tanzfläche, da es sich verspätet hat.  

Zugleich erhält man einen Einblick in die zwischenmenschlichen Beziehungen. Links im Bild küsst sich ein Paar ungeniert und es nimmt auch niemand Anstoß. Ob es aus Liebe geschieht oder vielleicht aus übermäßigem Alkoholkonsum, ist für die Stimmung des Bildes unwichtig.

 

Im linken Vordergrund sind Männer am Tisch zu sehen, die Krüge in der Hand halten. Der Inhalt, ob Bier oder Wein, ist nicht zu erkennen. Wein war auch in den Niederlanden lange Zeit ein Volksgetränk, ging aber im 16. Jahrhundert zugunsten des Biers zurück. Der in den Niederlanden zeitweise angebaute Wein war von den Erträgen her nicht besonders reichlich und sauer dazu (mangelhafte klimatischen Bedingungen für den Weinanbau)1. Das Bier setzte sich aus „Deutschland“ kommend durch und wurde in großen Mengen auch von den Bauern selbst produziert. Das Hausbrauen gehörte zum Arbeitsbereich der Frau. Durchschnittlich trank jede Person damals einen Liter Bier pro Tag.2 Auch scheinen die Niederländer damals den Ruf gehabt zu haben, dass sie dem Alkohol kräftig zusprachen. Nach einer Beobachtung eines Italieners tranken sie „Tag und Nacht so viel, dass es ihnen neben andern Unordnungen und Missfehl, so darauß erfolgen, in mehrerley weiß grossen schaden zufügt ...“.3 Er findet auch eine Begründung dafür, nämlich das Wetter sei „feucht und melancholisch“ und um mit diesem Wetter zurecht zu kommen, können die Niederländer „kein besser Instrument finden“ als den Alkohol.4

 

Ein Mann scheint seine Auserwählte zumindest zum Tanz überreden zu müssen. Er zieht sie förmlich zur Tanzfläche - Schamgefühle genauso wie heute, wenn es an die „Öffentlichkeit“ geht. Der Tanz findet ohne große Umstände statt; auf dem zentralen Platz im Dorf, der damals wie heute oft in der Nähe der Kirche lag. Besonderes Herausputzen hinsichtlich der Kleidung oder des Schminkens ist nicht erkennbar.

 

Bestimmt die Tanzszene das Bild, so ist die Nebenszene links im Bild nicht unwichtig. Ein Bettler tritt heran und streckt seine Hand aus. Bettler gehören zur Alltagswelt der damaligen Menschen. Unklar bleibt, ob er vielleicht extra wegen des Festes gekommen ist, in der Hoffung, Almosen zu erhalten. Es wäre zumindest eine durchaus gängige Methode des Almosenerwerbs gewesen.

 

Das Bild finden Sie, in geeigneter Auflösung zur Präsentation, im Internet unter:

 http://de.academic.ru/pictures/dewiki/112/pieter_bruegel_d._a._014.jpg

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1 Hagen, R.-M., R.: Malerei des 16. Jahrhunderts, Köln 2001, S. 134
2 Hagen, R.-M., R.: Malerei des 16. Jahrhunderts, Köln 2001, S. 134
3 Hagen, R.-M., R.: Malerei des 16. Jahrhunderts, Köln 2001, S. 134
4 Hagen, R.-M., R.: Malerei des 16. Jahrhunderts, Köln 2001, S. 134

 


Beitrag eingestellt von: Frau Mareike Groeger
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Verfasser / Verwendete Quellen:
Birgit Kersten
Medien und Unterricht 14. Auf den Spuren von RENAISSANCE und BAROCK, LISA, 2002
bauerntanz.jpg::By Pieter_Bruegel_d._Ä._014.jpg: File Upload Bot (Eloquence) derivative work: Wikielwikingo (Pieter_Bruegel_d._Ä._014.jpg) [Public domain], via Wikimedia Commons
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