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SeitenanfangPieter Bruegel d. Ä.: Die Kornernte
Zeit: 1565; Ort: The Metropolitan Museum of Art, New York

 

Die Kornernte ist eins von den sechs Jahreszeitenbildern, die als Fries das Haus des Nicolaas Jonghelinck in Antwerpen schmückten.1 Es ist Spätsommer, ausgehend von der alten Sechsteilung des Jahres (Vorfrühling, Frühling, Frühsommer, Spätsommer, Herbst und Winter).2

 

Gelb ist die dominierende und ins Auge fallende Farbe. Es ist Hochsommer und die Bauern werden in der arbeitsreichsten und schwersten Zeit des Jahres gezeigt. Der Betrachter erhält den Eindruck, dass es ein sehr heißer Sommertag ist. Der Horizont scheint zu flimmern. Bauern und Bäuerinnen liegen schlafend oder sitzen essend am Rande des Feldes. Sie machen einen erschöpften Eindruck. Das Motiv des Schläfers unter dem Baum wurde durch den Maler zwei Jahre später wieder im Bild vom Schlaraffenland aufgenommen.

 

Mit Sensen wird das Getreide von Männern in mühevoller körperlicher Arbeit gemäht. Die Frauen binden das Getreide zu Garben, mit einer sorgfältigen Sortierung, so dass die Ähren nach oben gerichtet sind. So wird einerseits das weitere Trocknen des Getreides gesichert und auf der anderen Seite sind die Getreidehalme für das spätere Dreschen schon sortiert. Ein Heuwagen bringt die Ernte in das Dorf.

 

Bruegel lässt die Gesichter der Menschen erkennen, aber es ging ihm nicht um die einzelnen Individuen, sondern vermutlich eher um die Menschen während ihrer Arbeit in der Natur. Kein Gesicht ist so detailliert dargestellt, dass es einen bestimmten Menschen erkennbar werden lässt.

 

Der oft als Bauern-Bruegel verschrieene Maler malte keineswegs bäuerlich. Das Kornfeld ist nicht gleichmäßig gelb, sondern man erkennt gemähte und ungemähte Flächen, nahes und fernes Getreide sowie unterschiedliche Kornfarben von braun bis rot als sonnige und schattige Flächen des Feldes. Die Menschen sind klein in einem großen Bildraum gemalt. Die Farben der Gegenstände und Kleidung sind der Gesamtfarbe des Bildes untergeordnet. Sie wirken eher wie Blumen im Feld.3

 

Das Bild ist sehr einfach gegliedert und ebenso einfach zu verstehen, wie die allseits bekannten Bauernweisheiten. Ob Bruegel diese Tatsache bewusst umgesetzt hat, bleibt unklar.

 

Bruegel arbeitet mit einer perspektivischen Verjüngung, die dem Betrachter als selbstverständlich erscheint. Ein Bauer bringt einen großen Krug aus dem Schatten des Feldes. Zwei schwirrende Rebhühner auf einer senkrechten Linie wirken raumschaffend in überzeugender Größenordnung und lenken den Blick zum Erntewagen.4

 

Getreide stellte die Grundlage der Ernährung, die Basis für Brot und Brei dar. Es war einfach der Hauptbestandteil jeder Mahlzeit. Eine Hungersnot beim Ausbleiben einer reichen Ernte stellte vor 400 Jahren durchaus eine jährliche Bedrohung des Lebens dar. Der Ertrag konnte um bis zu 80 % sinken, wie Historiker ermittelt haben.5 Die Preise schwankten aus diesem Grund; Roggen u.ä. konnten im nächsten Jahr fünfmal teurer sein als im Vorjahr.6 Hohe Preise führten grundsätzlich zu mangelhafter Ernährung. Mangelerscheinungen brachten Krankheiten mit sich und der frühe Tod blieb nicht aus. Hungerkatastrophen waren unweigerlich mit Epidemien verbunden.

 

Den niederländischen Bauern ging es im Verhältnis zu den Bauern in anderen europäischen Ländern gut. Durch das Gesetz war es den Feudalherren untersagt, unentgeltliche Frondienste zu erzwingen und Leibeigenschaft existierte nicht mehr. Einen Anlass für einen Bauernkrieg wie im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation gab es nicht. Die spanische Fremdherrschaft erdrückte die Bevölkerung nicht. Erst mit Herzog von Alba 1567, der erhöhte Steuern durchsetzen und im Auftrag Philipp II. die Protestanten ausrotten sollte, veränderten sich die gesellschaftlichen Verhältnisse, die zum Freiheitskrieg der Niederlande führten.7 Die bevorstehenden Kämpfe sind dem Bild nicht anzumerken. Es strahlt Ruhe aus und zeigt die letzten Jahre einer noch prosperienden Epoche.

 

Das Bild finden Sie, in geeigneter Auflösung zur Präsentation, im Internet unter:

 http://images.zeno.org/Kunstwerke/I/big/1830032a.jpg

_______________________________________

1

Vgl. dazu Jäger im Schnee

2

www.khm.at/static/page228.html, 12.11.02

3

Menzel, G.: Pieter Bruegel der ältere, Leipzig 1966, S. 73

4

Menzel, G.: Pieter Bruegel der ältere, Leipzig 1966, S. 73

5

Hagen, R.-M., R.: Malerei des 16. Jahrhunderts, Köln 2001, S. 131
6 Zum Vergleich: ein Handwerksgehilfe verbrauchte ca. 70 % seines Lohnes für Ernährung. In: Hagen, R.-M., R.: Malerei des 16. Jahrhunderts, Köln 2001, S. 131
7 Hagen, R.-M., R.: Malerei des 16. Jahrhunderts, Köln 2001, S. 132

 


Beitrag eingestellt von: Frau Mareike Groeger
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Verfasser / Verwendete Quellen:
Birgit Kersten
Medien und Unterricht 14. Auf den Spuren von RENAISSANCE und BAROCK, LISA, 2002
bruegel_kornernte.jpg::Pieter Bruegel the Elder [Public domain], via Wikimedia Commons
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