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Seitenanfang„Europa im Unterricht“
Eine Unterstützung des Europabüros von Arne Lietz, MdEP

 

Europa ist in erster Linie eine Erfolgsgeschichte. Noch nie hat es auf dem europäischen Kontinent eine so lange Phase des Friedens und der Freiheit gegeben. Die Idee und Werte der europäischen Gründungsmütter- und Väter von einem zusammenwachsenden Europa sind außergewöhnlich und weltweit einzigartig. Dennoch stand und steht Europa auch immer vor neuen Herausforderungen, wie z.B. die Schulden- und Finanzkrise und aktuell die Flüchtlingsfrage. Rückblickend haben Krisen Europa meist zu neuen Reformen und zu „mehr Europa“ geführt. Die Herausforderung für den Schulunterricht ist, sowohl die historische Entwicklung als auch die neuen Reformen und aktuelle Fragen aufzubereiten und zu behandeln. Dafür soll diese Handreichung eine praktische Unterstützung  mit Bezug zu Sachsen-Anhalt und dem Europaparlament sein.

 

Bedeutung Europas für Sachsen-Anhalt

„Europa? Was geht mich das überhaupt an?“ heißt es oftmals, wenn man auf die Europäische Union zu sprechen kommt. Dabei ist vielen nicht bewusst, wie stark unser Bundesland davon profitiert. Neben europäischen Netzwerken in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, kann unsere Region eine Vielzahl an Projekten nur mit EU-Kofinanzierung realisieren. Allein aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhält Sachsen-Anhalt von 2014 – 2020 rund 1,4 Mrd. Euro, z.B.  für die energetische Sanierung von Schulen, der Verbesserung des Hochwasserschutzes oder auch der Stärkung der Wirtschaftskraft von kleinen u. mittelständischen Unternehmen.

 

EU-Fördermittel LSA 2014 – 2020


Europ. Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Europ. Sozialfonds (ESF)

Europ. Landwirtschaftsfonds (ELER)

1.427 Mio. Euro

612 Mio. Euro

777 Mio. Euro


Zusätzlich werden 612 Mio. Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und 777 Mio. Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) bereitgestellt. Während ESF-Mittel beispielsweise für die Reduzierung der Zahl der Schulabbrecher genutzt werden, steht beim ELER die Schaffung einer umwelt- und klimagerechten Landwirtschaft im Vordergrund. Das Land Sachsen-Anhalt hat eine Videoreihe zu EU-Förderungen produzieren lassen ( http://goo.gl/E3vciq).

 

Wie bringt sich Sachsen-Anhalt in Europa ein? Welche Möglichkeiten gibt es für Bürgerinnen und Bürger?

Die Interessenvertretung der Sachsen-Anhalter in der Europäischen Union geschieht auf vielfältige Weise. So wirkt die Landesregierung über ihr Vertretungsbüro in Brüssel im sog. Ausschuss der Regionen an der EU-Gesetzgebung mit. Das Gremium besitzt ein förmliches Mitspracherecht und verfasst Stellungnahmen in Bereichen, die regionale Gebietskörperschaften betreffen, wie z.B. Bildung, Verkehr, Energie und Klimawandel. Ebenso sind die nationalen Parlamente, sprich der Deutsche Bundestag und seine Mitglieder, bei der Überarbeitung von EU-Verträgen und der Bewertung von EU-Maßnahmen im Bereich der Freiheit, Sicherheit und Recht beteiligt. Sie äußern sich zudem zu Entscheidungen des EU-Rates, dem Gremium der Staats- und Regierungschefs, und üben so Druck auf Entscheidungen auf EU-Ebene aus.


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Zudem ist das Petitionsrecht eines der Grundrechte der Unionsbürger. So kann jeder Bürger der Europäischen Union, allein oder in einer Gemeinschaft, eine Petition an das Europaparlament richten und so eine Beschwerde oder Ersuchen formulieren.

 

Die direkteste Vertretung unseres Bundeslandes bei der Europäischen Union sind die beiden Mitglieder des Europäischen Parlaments für die SPD und die CDU, die direkt aus Sachsen-Anhalt kommen sowie die Vertreter anderer Parteien, die mehrere Bundesländer betreuen. Sie tragen Interessen der Region nach Europa und bringen diese in die Ausschuss- und Fraktionsarbeit vor Ort ein.


Tages- und Wochenablauf eines Europaabgeordneten

Die Arbeit eines Europaabgeordneten ist geprägt von Fraktions- und Ausschusssitzungen, Plenardebatten und Podiumsveranstaltungen, politischen Hintergrundgesprächen mit Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen, Delegationsreisen und natürlich Bürgersprechstunden und Terminen im gesamten Wahlkreis.

Im Monat wechseln sich drei Wochen in Brüssel mit Fraktions- und Ausschusssitzungen mit einer Woche in Straßburg mit Plenardebatten und –abstimmungen ab. Im Jahr kommen etwa sechs Wochen hinzu, die für Wahlkreisaktivitäten und Delegationsreisen vorgesehen sind.


Wie läuft eine typische Brüsselwoche ab?


Während in Straßburg Reden und Abstimmungen zu aktuellen Gesetzgebungsverfahren stattfinden, wird in Brüssel die Vorarbeit zur Entscheidungsfindung in Ausschuss- und Fraktionssitzungen geleistet. Eine typische Brüsselwoche beginnt nach der Anreise am Montagmorgen mit einer Bürobesprechung zur aktuellen Woche, gefolgt von politischen Gesprächen und Ausschusssitzungen. Am Abend sprechen Europaabgeordnete oftmals auf Podiumsdiskussionen und erhalten in Hintergrundgesprächen mit Wirtschaft, Wissenschaft und Vereinen Informationen und Meinungen  für die Themen der parlamentarischen Arbeit. Bis zur Wochenmitte finden nach den Ausschusssitzungen die Debatten innerhalb der politischen Fraktionen statt. Nachdem die parlamentarischen Beratungen am Donnerstagnachmittag zum Erliegen kommen, fliegen die Europaabgeordneten zurück in die Wahlkreise, um Fachgespräche zu führen und in Podiumsdiskussionen über aktuelle Themen der Europapolitik zu berichten.

 

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Der Freitag ist meist für die Arbeit im Wahlkreis reserviert, wo Gespräche mit Bürgern, Institutionen und Unternehmen stattfinden können. Auch der Bericht zur eigenen Arbeit in Landesgliederungen der Partei nimmt einen wichtigen Platz ein. Das Magazin Jugendstil des Offenen Kanals Magdeburg begleitete den SPD-Europaabgeordneten für Sachsen-Anhalt für einen Tag und produzierte einen Videoclip zu seiner Arbeit im Wahlkreis ( https://youtu.be/6OXCeQ55gCA).

 

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Themenjahre der Europäischen Union

Seit 1983 lobt die Europäische Union jährlich ein Themenjahr aus, um die Unionsbürger für bestimmte Themen zu sensibilisieren, Diskussionen anzustoßen und ein Umdenken anzuregen. Das Jahr 2015 ist zum Europäischen Jahr der Entwicklung geworden, um insbesondere junge Menschen zum Thema „unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft“ mit Entwicklungspolitik in Verbindung zu bringen.

 

Insbesondere der Bereich der Handelspolitik hat im Querschnitt einen immensen Einfluss auf eine gute Entwicklungszusammenarbeit. „Think global, act local“ heißt dazu ein bekanntes Sprichwort, das passend auch auf den Bereich der Entwicklungspolitik anwendbar ist. So bestimmen wir mit unseren täglichen Entscheidungen, wie die Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern gestaltet werden. Wird der afrikanische Kakaobauer für eine Schokoladentafel ausreichend entlohnt? Werden Fußbälle ggf. durch Kinderhände zusammengenäht? Wie lange arbeitet eine Näherin eines T-Shirts täglich in einer Fabrik in Bangladesch? Fragen, die wir beim Griff zum richtigen Produkt mit einem guten Gewissen beantworten können. Einen Überblick zu Nachhaltigkeitslabeln auf Konsumgütern findet man auf dieser Homepage des Bundesentwicklungsministeriums:  www.siegelklarheit.de

 

Gerade weil diese Fragen die wenigsten Menschen beantworten können, hat sich die Europäische Kommission das Ziel gesetzt, mit dem Europäischen Jahr der Entwicklung 2015 die Entwicklungszusammenarbeit stärker in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken. In zwölf Themenmonaten werden von Ernährung über Gesundheit bis hin zu Bildung verschiedene Bereiche beleuchtet. Angesichts der weltweiten Migration kann Entwicklungszusammenarbeit auch der Bekämpfung von Flutursachen dienen. Mehr Informationen zur Themenjahr findet man auf der Homepage der Europäischen Union:  https://europa.eu/eyd2015/de

 

Als guten Erklärfilm empfehle ich auf Youtube „Die Entwicklungszusammenarbeit der EU“ von der Friedrich-Ebert-Stiftung Sachsen-Anhalt ( https://youtu.be/Rv2OMQ51Fus).

 

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Bildungsbüro des SPD-Europaabgeordneten Arne Lietz

Mit der Europawahl 2014 hat sich Arne Lietz das Ziel gesetzt, die Europabildung in den Schulen des Landes zu verstärken und zu unterstützen. Gern möchte er mit einem eigenen Bildungsbüro in der Lutherstadt Wittenberg einen Beitrag dazu leisten. Im Rahmen einer Stadtrallye durch die Fußgängerpassage der Lutherstadt bietet er Schülerinnen und Schülern an, interessante historische Gebäude kennen zu lernen und gleichzeitig etwas über die europäische Kofinanzierung der Restauration zu erfahren. Eigenständig in kleinen Gruppen werden beispielsweise die Stadtkirche, die Schlosskirchenensemble, das Lutherhaus oder die Cranachhöfe mit einer Aufgabenstellung besichtigt und dokumentiert. Nach der gemeinsamen Auswertung lernen sie in einer Präsentation europafinanzierte Bauprojekte in ihrem Landkreis kennen. Zudem wird der Anteil der europäischen Finanzierung in Wittenberg im Rahmen von „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“ thematisiert.

 

Darüber hinaus können in einer zusätzlichen Präsentation der EU-Haushalt und dessen wichtigste Finanzinstrumente ESF und EFRE auch für unser Bundesland erklärt werden. Es gibt zudem auch kurze, extra entwickelte Animationsfilme z.B. über die europäische Entwicklungszusammenarbeit.

 

Sollte der Abgeordnete oder das Brüssel-Team Zeit für eine Skype-Konferenz aus Brüssel oder Straßburg haben, ist auch über das White Board im Büro möglich. Es gibt auch einen Kurzfilm über den Alltag eines Abgeordneten in Brüssel.

 

Schauen Sie sich bei Interesse gern den Projektflyer an ( http://goo.gl/kU6gRD) und kontaktieren Sie das Magdeburger-Büro von Herrn Lietz (Tel.: 0391/5038882-0). Email: kontakt@arne-lietz.de

 

 

 

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Autor/Rechteinhaber:  Lietz ArneEingestellt am:
Stand vom:
16.11.2015
17.11.2015
Autor/Rechteinhaber: Europabüro Arne Lietz, MdEP
Eingestellt am:
Stand vom
16.11.2015
17.11.2015
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